Zedern, Schlangen, Affen

Auf Yakushima kann man allerlei Hikes machen, wenn man allerdings nicht waehrend der Wanderung in einer Hütte übernachten möchte, bleibt im Landesinneren gar nicht mehr soviel. Yakusugi, die große Zeder, kann man sich in jedem Fall ansehen. Hierzu muss man gegen 5.00 morgens am Yakusugi Museum in Anbo sein, die Linienbusse sind darauf abgestimmt. Die einzige Möglichkeit  den Nationalpark zu betreten, ist einen der drei Busse zu nehmen, die im zwanzig Minuten Takt zwischen 5.00 und 6.00 am Museum losfahren. Ich denke es ist zudem gut nicht mit dem letzten Bus zu kommen, da die Wanderwege dann doch an der ein oder anderen Stelle arg stauen, v.a. wenn die ersten Wanderer schon von der Zeder zurück kommen. Insgesamt war es schoen ueber weite Strecken mit der Natur allein zu sein, leider sind dann Treffen mit unangenehmeren Waldbewohnern nicht ausgeschlossen. Es gibt nur einen Weg und dieser ist kein Rundweg. Insgesamt läuft man 22km durch den Wald, die offizielle Dauer betraegt 9.5h , ich habe es in acht Stunden geschafft. In einigen Informationsquellen sind auch 16h angegeben, das ist Blödsinn. Die Eindrücke, alten Bäume etc. sind in der Form einmalig, ich fand es viel beeindruckender als die Redwoods bei San Francisco.

Die Zeder am Ende ist wohl 2000+x Jahre alt, wenn man die Ueberreste von drei Zedergenerationen am Weg so stehen sieht, kann man sich schon vorstellen, dass das stimmt. Die erste Generation Zedern wuchs vor 2000 Jahren, nach 800 Jahren wuchs auf dieser Generation dann die zweite Generation Zedern, die vor 350 Jahren gefaellt wurde und ueber der die aktuelle, Zedergeneration, 350 Jahre alte Baeume stehen.  Kurz vor der letzten großen Zeder der 1. Generation begegnete ich einer Schlange, die sich in Kopfhoehe an einem Ast lang bewegte und dann in einem Baumstumpf verschwand, was den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen und die Laune fallen liess.

Noch unangenehmer waren da die Affen auf dem Rückweg. Denen sollte man echt nur in Gruppen entgegen treten oder man sollte in “Wer ist hier das Alpha Tier” Spielchen firm sein. Idealerweise hat man bereits vor dem Angriff durch 4-6 der Viecher einen knüppelartigen Stock in der Hand. Auf keinen Fall sollte man vor Schreck die eigene Jacke mit Telefon, Portemonnaie und Kreditkarten fallen lassen, da man die sonst mühsam zurückerobern muss. Ich schlich mich, aufrechten Ganges und bewaffnet, an. Der Affe, der genuesslich den Teil der Jacke verspeiste, der Essensreste und Müll beherbergte, wich sofort zurueck. Am Fach mit Telefon, Kreditkarte etc. hatte der entfernte Verwandte kein Interesse. Ich nahm mir meine Jacke und zog mich zurück, auch um auf Verstärkung zu warten. Aus einer Hütte heraus beobachtete ich die Affenbande, die eine Brücke eingenommen hatte. Praktischerweise lernte ich hierbei, wie man, ohne große Sauerei zu machen, die hier wild wachsenden Maracujas isst. Da man am Ausgang des Parks eine solche geschenkt bekommt, kann man das Erlernte sofort anwenden. Toller handlungsorientierter Ansatz, den der Park da fährt, lediglich der problrmorientierte Einstieg mit dem Affenüberfall war vielleicht etwas heftig. Zwei jüngere Japaner (15 Jahre?) wussten dann besser, wie man mit den Affen umgeht, die glauben eine Brücke besetzt zu haben: Laut schreiend und die Keule schwingend auf sie zurennen! Ob ich die flüchtende Affengruppe allein auch so beeindruckt hätte?

Mir hat der actionlastige Tag heute gefallen bin jedoch ziemlich platt und morgen, vor dem Abflug, geht es daher lediglich in Open Air Onsen, die direkt am Meer liegen.

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