Kochi und das Iya Tal

DSC_5534DSC_5546DSC_5551DSC_5562DSC_5584Gegen morgen ging es mit dem Zug, der endlich wieder fuhr, nach Kochi. Kochi wirkt auf den ersten Blick, belanglos: Eine Promenade aus Spielhallen, Lawson&7/11-Filialen (endlich!), Restaurants unterschiedlicher Preisklassen mit japanischen Aushaengen, 100Yen Shops aber keinen globalen Fast Food Ketten, Nike oder Adidas Sportgeschaefte, aelteren Gebaeuden oder Schreinen. Vermutlich eine japanische Grossstadt, die sich durch Fischfang im groesseren Stil ernaehrt, quasi eine Art Sukumo in gross. Der Check in im Harimayabashi Hostel erfreute dann doch sehr. Das Hostel liegt inmitten eines Streetfood Markets, wo zahlreiche Bars ein pulsierendes Nachtleben versprachen (aber unter der Woche doch eher leer sind)! Mit dem Bus (super leicht zu finden und als Gajin muss man nur den halben Preis zahlen, Ausweis nicht vergessen!) ging es an den Katsurahama Beach, wo die bekannte Statue eines Samurai steht, der bei der Einigung des Landes mit half. Am malerischen Strand war zwar baden verboten und dies auch durch anwesende Security abgesichert (!), was ich zu Beginn als ungeheuer aergerlich und kleinkariert betrachtete. Jetzt machte es auch Sinn, dass der Hostel Staff so erstaunt guckte, als ich meinte, ich muesse noch meine Badehose anziehen. Seine Anmerkungen wurden von mir als zurueckhaltende Formulierungen in Richtung “That ‘ll be awesome” interpretiert. Nein, falsch. Baden verboten. Und das ist bei einer Brandung, die auf vier fuenf Meter vom Strand ins Meer ebenfalls vier, fuenf Meter Hoehe macht auch angebracht. Vom Aussichstpunkt (7000km nach Canberra, 7000 nach Moskau, 700 nach Seoul) aus sahen Strand und Meer jedoch so eindrucksvoll aus, das ich sagen muss: Der Ausflug lohnte sich. Ueberhaupt ist Kochi als Basis top geeignet um die Insel zu erkunden. Alle bisher besichtigten Spots waeren auch von hier (7Uhr aufstehen!) gut erreichbar gewesen. Das Nachtleben sieht nicht nach Hardcore Party aus,man kann jedoch ohne grossen logistischen Aufwand (Taxi, Bus, Wanderung) bequem was trinken gehen. Ich entschied mich, auch wegen eines Sonnenbrands, stattdessen im Hostel “Game of Thrones” zu schauen und mich zwischen “Whale Spotting” und einer Wanderung durchs Iya-Tal als Agenda fuer morgen. Gegen das zweifellos spektakulaerere Wale- gucken sprachen ethische Bedenken, deren Angebrachtheit wieder ein Haufen anderer Faktoren sprachen, ethische Urteilsfindung ist mir im Urlaub zu anstrengend. Den Ausschlag pro Iya Tal gaben dann die kuerzere Anreise und eine bevorstehende Faerhfahrt nach Yakushima… Und vielleicht gibts da ja eh Wale zu sehen!
Also auf ins Iya Tal nach Oboke. Wie schon bei der Anreise schob sich der Zug durch ein Mittelgebirgstal entlang einem (oder mehreren?) Fluessen bzw. Baechen. Ich wollte ueber die traditionelle hunderte Jahre alte Lianenbruecke zum Wasserfall. Den Hinweis des Lonely Planet hier immer den Bus zu nehmen, ignorierte ich zunaechst. Auf der Karte sah es aus wie ein entspannter 5-7km Hike und ich wollte ja auch was vom Tal sehen. Die ueberall stehenden Schilder und die Berge, die ueberquert werden mussten, machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. 11km, hoch runter… da nehme ich den (max. stuendlich fahrenden) Bus. Die Lianenbruecke ist, wie alles Alte in Japan, inklusive Burgen und Schreine, im Originalstil erhalten worden, d.h. es ist die 20’. Generation der Lianenbruecke. Aus europaeischer Perspektive, kennt man doch Rom oder Nuernberg, wirken solche Bauten, zunindest auf mich, deutlich weniger spektakulaer. Im Gegensatz hierzu ist die Burg in Kochi “kein Nachbau aus der Nachkriegszeit” (wikipedia Artikel zu Kochi). Mit dem Bus ging es nach einem kurzen Spaziergang wieder nach Oboke. Laengere Wanderwege gibt es , zumindest hier keine. Morgen bzw. uebermorgen wartet Yakushima, mit der Overnight-Freight-Ferry geht es gegen Abend los, werde den ab uebermorgen ungueltigen JR Pass vermissen, aber den Abschied von den JR Linien und dem Shinkansen mit einer Fahrt ins reichlich tausend Kilometer entfernte Kagoshima feiern. Abfahrt in Kochi gegen 6 , Ankunft Kagoshima gegen 12…

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