Nara / Schietwetter / Onsen / Hostel / Bücher und Netflix

Nachdem bisher doch der ganze Trip recht planmässig verlief, scheint jetzt der Wurm drin zu sein. Ich beschloss, bevor es nach Hakone, an den Fuß des Fuji, gehen sollte, noch einen Abstecher nach Nara zu machen. Nara war um 700 keine 100 Jahre Hauptstadt und damit religiöses Zentrum. Ein Mönch verführte jedoch die Kaiserin und gelangte dadurch selbst fast auf den Thron. Zum Glück konnte das Komplott aufgedeckt werden und nachdem einige Köpfe rollten, wurde das benachbarte Kyoto Hauptstadt und Nara blieb Tempelanlage. So teilen es Infos rund um Nara mit. Hätten sich Mönch und Kaiserin durchgesetzt, wir würden vermutlich die Geschichte einer grossen Liebe, die sich gegen jegliche Konventionen durchgesetzt hatte, lesen. Geschichte ist halt doch auch immer die Geschichte der Gewinner. 

Zweite Anekdote zu Nara: In Nara steht ein 14m hoher massiv Bronzene Buddha, der auch schon einige hundert Jahre auf dem Buckel hat. Angeblich wäre Japan durch den Bau fast bankrott gegangen. Ansonsten bietet Nara hunderte “wilder” japanischer Rehe/Hirsche, die sich um die “Deer-Cracker” Händler tummeln. Unterm Strich habe ich die letzten Tage soviele Tempel gesehen, dass mir die ūberlaufenen, aber nur mittelhübschen Tempel Naras recht latte waren. Nachdem man tagelang i n Kyoto war, braucht man Nara nicht für mehr als die Frage “Have u been to Nara?” wahrheitsgemaess mit “Yeah” beantworten zu koennen.

Das Bedürfnis etwas anderes SEHEN zu müssen, wird also immer stärker.

Ab in den Shinkansen, die 450km nach Odawara bzw. Hakone abreißen.

Der Aufenthalt in Hakone gestaltet sich doch ganz anders als erwartet. Direkt mit dem Shinkansen in Odawara angekommen, musste ich in einen Regionalzug nach Hakone-Yumuto umsteigen. Irgendwelche Conductor einer mir unbekannten Eisenbahnlinie (andere Uniform!) zogen mich regelrecht in ein Touristenbuero und damit weg vom Ticketautomaten. Eine offensive, zwingende Art, die ich hier in Japan so nicht ansatzweise erlebt habe. Im Touribuero wollte man mir einen zwei Tage allinclusive Transport Pass verkaufen fuer einen recht hohen Betrag, um die 6500Yen. Mit dem Hinweis, das ich erstmal die Lage checken muesse und es bereits 16.00 und damit recht spaet fuer den Daypass waere, liess sich die Touristeninformantin in ihrem Verkaufselan stoppen und gab mir das benoetigte Zugticket nach Hakone (300Yen). Dort checkte ich in Onsen Hostel ein, nahm auch gleich ein Bad in den hosteleigenen heissen Quellen und beendete die 5. Staffel von “House of Cards”. Frank Underwood … ach, blos nix spoilern.

Tagdrauf sollte eine Rundtour mit Bussen, Seilbahn, Piratenschiff(!) und zu Fuß folgen. Voller Erwartung auf den Fuji Blick packte ich zwei Objektive ein… Am Kartenverkauf die Ernuechterung! Kein Piratenschiff heute, wegen miesem Wetter. Was Landratten, mein erster Gedanke! Als ich oben mit dem Bus ankam, fuhr ich gleich wieder nach Odawara zurueck. Ausblick macht nur wenig Spass, wenn man die Hand vor Augen nicht sieht. Ich probiere es vielleicht heute Nachmittag nochmal. 

Morgen soll das Wetter noch schlechter werden, ich hoffe ich kann hier eine Nacht weniger verbringen und , wohinauchimmer, weiterreisen. Bis dahin, onsen, lesen, Serien gucken. ..

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s