Über Sinn und Unsinn des Lonely Planet Reiseführers

Reiseführer haben ein Für und Wider, einerseits kann man diesen tolle wichtige Informationen entnehmen, andererseits sind diese Informationen, sobald in einem Reiseführer abgedruckt, keineswegs Exklusiv. Beim Lonely Planet kommt ab und an hinzu, dass man das Gefühl nicht los wird, die Autoren haben ab und an die Erzählungen bzw. das Geschwafel von Locals oder Reisenden ungeprüft übernommen. Das mag vielleicht auch für andere Reiseführer gelten, nur fehlt mir da einfach jeglicher Vergleich.

Heute morgen stand ich früh auf (angenehme Folge des Jetlags) und ging zum Fischmarkt Suhsi essen – auf dem Tsukiji Market Suhsi zu essen ist die größte Attraktion, die Tokyo, nach Meinung des LP, zu bieten hat. Mein Hostel (Wise Owl Hostel – Recht hoher Standard, zu einem angemessenen Preis, zudem eine echte Rieseneule als Portier) liegt daher auch bei diesem Markt um die Ecke! Es war in jedem Fall das beste Sushi ever.
Die Verständigung mit dem Sushi-Street-Food-Dealer lief gut, noch sind umfangreiche Englisch-Kenntnisse als sprachliche Basis von Kommunikation nutzbar.
Also wurde von mir das Folgende Sushi bestellt, das in echt so aussah, wie auf diesem Foto und auch auf dem Foto in der Auslage:

Die Kommunikation wird enorm durch die Erfindung des Babelfischs in Form einer google-Translation-App erleichtert. Sowohl der Suhshi Händler als auch ich sprachen allerlei Zeugs (Wie man Sushi isst, inwiefern Sushi in Deutschland anders aussieht/schmeckt usw.) in unsere Telefone und spielten dem Gegenüber dann jeweils die Ergebnisse vor. Das funktionierte ganz gut! Google greift hier möglicherweise auf ein ähnliches Wörterbuch zurück, wie die Übersetzer von “Star Wars”: “Der Wasabi allein ist ein ganz Böser, in Soja gerührt wird.” z.B.
Unterm Strich ein lustiges Frühstück, das geschmacklich natürlich mehrere Klassen über dem Gießen-üblichen Kim Phat Sushi lag.

Fazit: Der LP hatte keineswegs übertrieben.

In den TOP 10 auch die Kreuzung von Shibuyah mit ihren Lichtern etc. – Also ganz ehrlich, wenn man den Piccadilly Circus und die 5th Avenue gesehen hat, kann man sich das sparen. Ich werde nochmal abends hingehen, vielleicht ist es dann eindrucksvoller.
Wirklich beeindruckend (Friseure bitte einen Absatz weiter unten lesen) war der Roboter Friseur Laden, wo man, Roboter-gestützt, die Haare “geschnitten” bekam, OK, ich nehme an deutlich mehr als meine Frisur kann das Ding noch nicht, aber vor 110 Jahren wäre man ja auch nicht im ersten Flugzeug der Welt nach Australien geflogen.

Fazit: Shibuyah, hmmm, naja.

Super praktisch sind die kleinen Hinweise und Zusatzkommentare im Lonely Planet, z.B. kann man bei Tokyos Stadtverwaltung in den 46. Stock (!) fahren und dann kostenlos die Aussicht nutzen!
Diese war wirklich gigantisch – Danke, LP!

Der Meji-Shrine bildet einen krassen Kontrast zum wuseligen Tokyo, inmitten des Chaos, unweit einer Straße, die wohl eine Art “Camden-Market” für Japanerinnen und Japaner (=Mode für Teenies) ist!
Die Stunden in diesem Ort himmlischer Ruhe waren wirklich entspannend, zudem der erste Ort, wo mir nicht immer alle 100m Getränkeautomaten begegneten – Was auch dazu führte, dass ich, total durstig, die Pause im Park beenden musste.
OK, im Park, der der Heiligkeit des Tenno Meiji gewidmet, gab es jede Menge Sake-Fässer, die dem Herren vor einigen Jahren geopfert wurden, ob dieser noch genießbar ist, kann ich nicht sagen. Ist Sake jemals genießbar?

Noch ein zwei Worte zum Tenno Meiji: Der Tenno hat in Japan traditionell wenig Macht, deshalb gehen die Abwendung vom Shogun-Wesen hin zum steigenden Einfluss der Konzernfamilien, die einsetzende Industrialisierung und die erfolgreichen Kolonisierung und die Abschaffung des Feudalwesens nicht auf Meijis Kappe. Das göttliche Mitwirken des Tennos ist aber wohl im japanischen Geschichtsbewusstsein verankert, wird das Zeitalter doch als Meiji-Zeit bezeichnet.

Fazit: Toller Tip, der auf dem beigelegten Tokyo-Stadtplan des LP-Verlags Platz 2 der zu sehenden Attraktionen einnimmt!

 

Als besondere Schönheit wird vom LP das Viertel Kagurazaka, ein ehemaliges Partyviertel, angepriesen. Mir waren das im Reiseführer gelobte Kopfsteinpflaster (Wo?) und die vielgelobten Cafés (von Japaner geführt) mit italienischen Namen, wie Via Appia, kein Foto wert.

Fazit: Der Lonely Planet war für Tokyo unterm Strich sehr brauchbar.

Das wars erstmal mit Tokyo, morgen früh geht es nach Nikko.

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2 thoughts on “Über Sinn und Unsinn des Lonely Planet Reiseführers

  1. Möge der LP dich bitte noch des Nachtens ins Golden Gai führen, es ist ein herrlicher Ort um wieder den Google Translator mit ein paar Barkeepern anzuwerfen! Prosit!

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    1. Jau, dank dir war ich dort! War ähnlich wie von dir beschrieben. Hab mich nettn mit dem Barkeeper über den Trip unterhalten, er hatte ne einfache Idee, die habe ich dann noch in dieser Arcade Automatenstadt weiter durchgedacht und mal sehen… Shinkansen fahre ich ja ganz gern und vielleicht gehts nach dem Onsen Besuch in Hakone gleich in die Provinz Kochi, ist zwar zwei Tage lang ne ziemliche Rumeierei, aber davon jeweils 4h Shinkansen, was ja echt b ganz cool ist.

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