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Bald gehts los…

Hier werde ich allen Interessierten ab und an von Reisen berichten. Bald geht es nach Japan… Nach Hinweisen von Nicla (Danke!) verdichtete sich der Eindruck, man könne das Land nicht spontan bereisen, daher machte ich eine, für mich eher unübliche, genaue Planung, basierend auf der Auswertung UMFANGREICHER Literatur…

Tokyo, Nikko, Kyoto … Kagoshima, Yakushima – Ich bin gespannt.

Zedern, Schlangen, Affen

Auf Yakushima kann man allerlei Hikes machen, wenn man allerdings nicht waehrend der Wanderung in einer Hütte übernachten möchte, bleibt im Landesinneren gar nicht mehr soviel. Yakusugi, die große Zeder, kann man sich in jedem Fall ansehen. Hierzu muss man gegen 5.00 morgens am Yakusugi Museum in Anbo sein, die Linienbusse sind darauf abgestimmt. Die einzige Möglichkeit  den Nationalpark zu betreten, ist einen der drei Busse zu nehmen, die im zwanzig Minuten Takt zwischen 5.00 und 6.00 am Museum losfahren. Ich denke es ist zudem gut nicht mit dem letzten Bus zu kommen, da die Wanderwege dann doch an der ein oder anderen Stelle arg stauen, v.a. wenn die ersten Wanderer schon von der Zeder zurück kommen. Insgesamt war es schoen ueber weite Strecken mit der Natur allein zu sein, leider sind dann Treffen mit unangenehmeren Waldbewohnern nicht ausgeschlossen. Es gibt nur einen Weg und dieser ist kein Rundweg. Insgesamt läuft man 22km durch den Wald, die offizielle Dauer betraegt 9.5h , ich habe es in acht Stunden geschafft. In einigen Informationsquellen sind auch 16h angegeben, das ist Blödsinn. Die Eindrücke, alten Bäume etc. sind in der Form einmalig, ich fand es viel beeindruckender als die Redwoods bei San Francisco.

Die Zeder am Ende ist wohl 2000+x Jahre alt, wenn man die Ueberreste von drei Zedergenerationen am Weg so stehen sieht, kann man sich schon vorstellen, dass das stimmt. Die erste Generation Zedern wuchs vor 2000 Jahren, nach 800 Jahren wuchs auf dieser Generation dann die zweite Generation Zedern, die vor 350 Jahren gefaellt wurde und ueber der die aktuelle, Zedergeneration, 350 Jahre alte Baeume stehen.  Kurz vor der letzten großen Zeder der 1. Generation begegnete ich einer Schlange, die sich in Kopfhoehe an einem Ast lang bewegte und dann in einem Baumstumpf verschwand, was den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen und die Laune fallen liess.

Noch unangenehmer waren da die Affen auf dem Rückweg. Denen sollte man echt nur in Gruppen entgegen treten oder man sollte in “Wer ist hier das Alpha Tier” Spielchen firm sein. Idealerweise hat man bereits vor dem Angriff durch 4-6 der Viecher einen knüppelartigen Stock in der Hand. Auf keinen Fall sollte man vor Schreck die eigene Jacke mit Telefon, Portemonnaie und Kreditkarten fallen lassen, da man die sonst mühsam zurückerobern muss. Ich schlich mich, aufrechten Ganges und bewaffnet, an. Der Affe, der genuesslich den Teil der Jacke verspeiste, der Essensreste und Müll beherbergte, wich sofort zurueck. Am Fach mit Telefon, Kreditkarte etc. hatte der entfernte Verwandte kein Interesse. Ich nahm mir meine Jacke und zog mich zurück, auch um auf Verstärkung zu warten. Aus einer Hütte heraus beobachtete ich die Affenbande, die eine Brücke eingenommen hatte. Praktischerweise lernte ich hierbei, wie man, ohne große Sauerei zu machen, die hier wild wachsenden Maracujas isst. Da man am Ausgang des Parks eine solche geschenkt bekommt, kann man das Erlernte sofort anwenden. Toller handlungsorientierter Ansatz, den der Park da fährt, lediglich der problrmorientierte Einstieg mit dem Affenüberfall war vielleicht etwas heftig. Zwei jüngere Japaner (15 Jahre?) wussten dann besser, wie man mit den Affen umgeht, die glauben eine Brücke besetzt zu haben: Laut schreiend und die Keule schwingend auf sie zurennen! Ob ich die flüchtende Affengruppe allein auch so beeindruckt hätte?

Mir hat der actionlastige Tag heute gefallen bin jedoch ziemlich platt und morgen, vor dem Abflug, geht es daher lediglich in Open Air Onsen, die direkt am Meer liegen.

Yakushima – Der Osten

Hitchhikin Trip an diverse Sights an der Ost und Südküste der Insel – Per Anhalter fahren ist deutlich lustiger, schneller und angenehmer als per Bus. Merkwürdigerweise DIE Fortbewegungsform hier auf der Insel, liegt vermutlich daran, dass es, mehr oder weniger, nur eine Straße gibt und sich damit erübrigt, wo man hin möchte, da es eh nur zwei Richtungen gibt.

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Fisch und Fleisch sind nach dem Typhoon erst einmal Mangelware.

Mitake – Kampai!

Heute gibts nix zu berichten… Wir trinken Mitake, eine Art Sake aus Yakushima, der in 1,8 Liter Flaschen im Sechserpack verkauft wird. Zehn Liter Schnaps kosten also etwa fünfzig Euro, was da wohl der deutsche Zoll sagen würde? Nuro ist mit ganzer Kraft praesent, ist nicht sooooo schlimm, nur raus koennen wir halt nicht. Denke so ein Sturm ist unter anderen geographischen oder architektonischen Bedingungen (z.B in einem Talkessel bzw. in einem Hochhaus oder einer dichtbebauten Stadt) schlimmer. Da läuft der krass kontinuierlich starke Regen einfach nicht ab und im 20. Stock sind die Winde sicher angsteinfloessender.

Kampai!

Warten auf Noru

Tolle Bilder vom aufziehenden Sturm Noru habe ich hier entdeckt. Der Taifun lässt jedoch noch auf sich warten!

Nachdem gestern Abend klar war, dass mit den ersten starken Winden Norus erst heute nachmittags zu rechnen wäre, die gefährlichste Phase des Taifun das Wegziehen ist, war klar: Wer in den nächsten zwei, drei Tagen noch was außerhalb des Hostels sehen will, sollte heute Vormittag raus gehen. Also ab in den Linienbus und rauf ins Gebirge, Ziel war der “Prinzessin Mononoke Wald”, ein Wald, der den Trickfilmregisseur Miyazaki zum Film über die bei den Wölfen lebende Prinzessin inspiriert haben soll. Was soll ich sagen, der Wald ist wirklich spektakulär! Dichte Bewaldung, Moose, wilde Bäche. Durch den geringen Lichteinfall und die hohe Feuchtigkeit wirkt er wie ein verwunschener Ort und bildet gleichzeitig die Motive der meisten Bilder der Google-Bildersuche zum Stichwort “yakushima”.

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Noru ist nun da, sitzen im vernagelten Hostel, Infos ueber Noru hier .

Meine Perspektive für 48h. Zeit zum Lesen und Unterricht vorbereiten?!

Taifun Noru

Kaum auf Yakushima angekommen, bin ich mit dem hier konfrontiert: Taifun Noru – Die Locals meinen, das wäre hier mehr oder weniger an der Tagesordnung, Fähren würden halt jetzt keine mehr fahren und in zwei bis drei Tagen wäre alles vorbei. Nun gut, ich bin gespannt. Wenigstens weiß ich nun, dass das Flugzeug kommende Woche fliegen wird, da bis 9.8. der Taifun weg ist. Die nächsten Tage werden sicher interessant, bin hier direkt neben dem Flughafen in einem Hostel mit einem Haufen Japanern und einer Britin, vielen Mangaheften (sehr vielen, ca. 20 Regalmeter). Ich glaube das wird ganz interessant so ein tropischer Sturm.
W-LAN im Hostel funktioniert (zumindest noch) ziemlich gut, schauen wir mal!

Hamsterkauf, check! Meine Lieblingssnacks bisher: Fish&Mandel sowie die KitKat-Maccha …

Sturm

Andererseits… Beim ersten ausgedehnten Inselspaziergang zeigt sich dann doch auch die Schönheit der Insel!

 

 

 

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Ob mit Bus oder Bahn oder Frachtschiff ganz egal…

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Wieder etwas verstanden, was mir bisher verborgen blieb! Der soziale Stellenwert der 24/7 Minisupermaerkte ein recht hoher, sitzen doch früh morgens Menschen bei 7/11 an separierten Tischen, ein verschlossenes Produkt vor sich und schlafen, während ich Dosenkaffee und ein Tofu neben ihnen einnehme. Dem Aussehen und Geruch nach handelte es sich nicht um Feierleichen oder Obdachlose. Würde mich interessieren, ob dies eine besonders sparsame Art des Reisens ist (aber wo ist dann das Gepäck?) oder die Arbeitszeiten hier so krass sind, dass man unter der Woche gar nicht heim geht. Die Sanitärbereiche der Backpackeroasen sind jedenfalls immer zu gebrauchen, wenn man in der Affenhitze eine Erfrischung braucht. Sauberkeitsgrad im innerjapanischen Vergleich: na ja… , dem Standard des 1,50 Euro Sanitärbereichs des Gießener Bahnhofs jedoch mindestens ebenbürtig. Die Zugfahrt durch Shikoku nach Okayama war wegen des tollen Wetters heute besonders schön, ich hoffe man kann auf den Bildern,  trotz Weitwinkelobjektiv und reflektierendem Zugfenster, etwas erkennen. In Okayama wurde dann letztmals der Shinkansen betreten. Reservierte Fensterplätze sind natürlich ganz cool, wegen der Geschwindigkeit kann einem beim aus dem Fenster schauen jedoch auch schlecht werden. Wenn man den Horizont fokussiert und nicht nahe Objekte, wie z.B. Häuser (vielleicht sind die 7/11 Bewohner auch Anwohner der Shinkansen Strecken, denen die Züge auf den Geist gehen), geht es eigentlich und macht Spaß. Vor ein paar Tagen entstand ein Video, viel Spaß!

In Kagoshima aß ich im Kagomma Furusato Yatai-mura, einem Streetfood Markt, fusslaeufig vom Shinkansen Bahnhof innerhalb von 5 Minuten erreichbar, einfach den East Exit nehmen. Das sumibi yaki, ueber Kohle gehrilltes Huhn, war wirklich sehr lecker. Das abgeblich typische Wildschweingericht kurobuta war nicht aufzutreiben. Mittags hat aber von den Restaurants her eh kaum eines offen.

Kagoshima ist jedoch nur Transit Station auf dem Weg zur Fähre nach Kagoshima. Weil ich diese Info nie im Internet fand: Zur Hibiscus Ferry nach Tanegashima bzw. Yakushima kommt man mit dem Bus, da es nur einen pro Tag gibt (wusste ich nicht), war es im Nachhinein schlau bei der Ankunft direkt im Bahnhof in der Touristen-Information zu fragen, wie man zur Hibiscus Faehre kommt. Deren Erklärung  Das mit dem Bus und Fähren Check-In funktioniert dann wieder problemlos. Zur Orientierung: Mit der 5 um 15:48 zum Taniyama Hafen. Die Hibiscus Fähre ist günstiger als das Luftkissenboot (Hovercraft kostet etwa das fünffache) und fährt über Nacht. Da ich schon immer mal auf einem Frachtschiff mitfahren wollte, denn genau das ist die Hibiscus Fähre, erfűllte ich mir den Traum, trotz des bequemeren Wegs via Luftkissenboot – Was ja auch ziemlich cool ist, Roger Moore und Timothy Dalton lassen grüßen.

Kochi und das Iya Tal

DSC_5534DSC_5546DSC_5551DSC_5562DSC_5584Gegen morgen ging es mit dem Zug, der endlich wieder fuhr, nach Kochi. Kochi wirkt auf den ersten Blick, belanglos: Eine Promenade aus Spielhallen, Lawson&7/11-Filialen (endlich!), Restaurants unterschiedlicher Preisklassen mit japanischen Aushaengen, 100Yen Shops aber keinen globalen Fast Food Ketten, Nike oder Adidas Sportgeschaefte, aelteren Gebaeuden oder Schreinen. Vermutlich eine japanische Grossstadt, die sich durch Fischfang im groesseren Stil ernaehrt, quasi eine Art Sukumo in gross. Der Check in im Harimayabashi Hostel erfreute dann doch sehr. Das Hostel liegt inmitten eines Streetfood Markets, wo zahlreiche Bars ein pulsierendes Nachtleben versprachen (aber unter der Woche doch eher leer sind)! Mit dem Bus (super leicht zu finden und als Gajin muss man nur den halben Preis zahlen, Ausweis nicht vergessen!) ging es an den Katsurahama Beach, wo die bekannte Statue eines Samurai steht, der bei der Einigung des Landes mit half. Am malerischen Strand war zwar baden verboten und dies auch durch anwesende Security abgesichert (!), was ich zu Beginn als ungeheuer aergerlich und kleinkariert betrachtete. Jetzt machte es auch Sinn, dass der Hostel Staff so erstaunt guckte, als ich meinte, ich muesse noch meine Badehose anziehen. Seine Anmerkungen wurden von mir als zurueckhaltende Formulierungen in Richtung “That ‘ll be awesome” interpretiert. Nein, falsch. Baden verboten. Und das ist bei einer Brandung, die auf vier fuenf Meter vom Strand ins Meer ebenfalls vier, fuenf Meter Hoehe macht auch angebracht. Vom Aussichstpunkt (7000km nach Canberra, 7000 nach Moskau, 700 nach Seoul) aus sahen Strand und Meer jedoch so eindrucksvoll aus, das ich sagen muss: Der Ausflug lohnte sich. Ueberhaupt ist Kochi als Basis top geeignet um die Insel zu erkunden. Alle bisher besichtigten Spots waeren auch von hier (7Uhr aufstehen!) gut erreichbar gewesen. Das Nachtleben sieht nicht nach Hardcore Party aus,man kann jedoch ohne grossen logistischen Aufwand (Taxi, Bus, Wanderung) bequem was trinken gehen. Ich entschied mich, auch wegen eines Sonnenbrands, stattdessen im Hostel “Game of Thrones” zu schauen und mich zwischen “Whale Spotting” und einer Wanderung durchs Iya-Tal als Agenda fuer morgen. Gegen das zweifellos spektakulaerere Wale- gucken sprachen ethische Bedenken, deren Angebrachtheit wieder ein Haufen anderer Faktoren sprachen, ethische Urteilsfindung ist mir im Urlaub zu anstrengend. Den Ausschlag pro Iya Tal gaben dann die kuerzere Anreise und eine bevorstehende Faerhfahrt nach Yakushima… Und vielleicht gibts da ja eh Wale zu sehen!
Also auf ins Iya Tal nach Oboke. Wie schon bei der Anreise schob sich der Zug durch ein Mittelgebirgstal entlang einem (oder mehreren?) Fluessen bzw. Baechen. Ich wollte ueber die traditionelle hunderte Jahre alte Lianenbruecke zum Wasserfall. Den Hinweis des Lonely Planet hier immer den Bus zu nehmen, ignorierte ich zunaechst. Auf der Karte sah es aus wie ein entspannter 5-7km Hike und ich wollte ja auch was vom Tal sehen. Die ueberall stehenden Schilder und die Berge, die ueberquert werden mussten, machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. 11km, hoch runter… da nehme ich den (max. stuendlich fahrenden) Bus. Die Lianenbruecke ist, wie alles Alte in Japan, inklusive Burgen und Schreine, im Originalstil erhalten worden, d.h. es ist die 20’. Generation der Lianenbruecke. Aus europaeischer Perspektive, kennt man doch Rom oder Nuernberg, wirken solche Bauten, zunindest auf mich, deutlich weniger spektakulaer. Im Gegensatz hierzu ist die Burg in Kochi “kein Nachbau aus der Nachkriegszeit” (wikipedia Artikel zu Kochi). Mit dem Bus ging es nach einem kurzen Spaziergang wieder nach Oboke. Laengere Wanderwege gibt es , zumindest hier keine. Morgen bzw. uebermorgen wartet Yakushima, mit der Overnight-Freight-Ferry geht es gegen Abend los, werde den ab uebermorgen ungueltigen JR Pass vermissen, aber den Abschied von den JR Linien und dem Shinkansen mit einer Fahrt ins reichlich tausend Kilometer entfernte Kagoshima feiern. Abfahrt in Kochi gegen 6 , Ankunft Kagoshima gegen 12…